Archäologie des Mittelalters
Das Aufgabengebiet der Archäologie des Mittelalters innerhalb der Denkmalpflege umfasst traditionell den Zeitraum von der frühen Karolingerzeit bis ins ausgehende Mittelalter, aber darüber hinaus auch spezielle archäologische Fragestellungen bis in die jüngere Vergangenheit. Soweit sie Ausgrabungen durchführt, entspricht ihre Arbeitsweise derjenigen der Archäologie der früheren Geschichtsepochen. Anders als diese kann sie sich in großem Umfang auch auf gesicherte schriftliche Überlieferung stützen. Als Bindeglied zur Bau- und Kunstdenkmalpflege nimmt sie eine gewisse Sonderstellung ein: eine große Zahl denkmalpflegerischer Maßnahmen befasst sich mit Bauwerken die noch mittelalterliche Substanz enthalten oder die im Bereich mittelalterlicher Vorgänger stehen.
Am augenfälligsten ist dies der Fall bei Burgen und Ruinen, bei Stadtbefestigungen und insbesondere bei Kirchen und Klöstern.
Nur durch einen intensiven Kontakt zwischen den Fachbereichen kann sichergestellt werden, dass Maßnahmen an derartigen Baudenkmalen nicht zu Lasten der verborgenen archäologischen Überreste ausfallen. Umgekehrt kann die Kenntnis der archäologischen Zusammenhänge wesentliche Entscheidungshilfen für die Bewertung und Behandlung des Baudenkmals beisteuern. Außerdem sind ein Großteil der heutigen Ortskerne, selbst wenn sie keine Baudenkmale besitzen, aufgrund der Ortsgeschichte als archäologische Flächen zu bewerten, da im Untergrund noch umfangreiche historische Überreste verborgen liegen können. Hinzu kommen natürlich alle Arten archäologischer Denkmale auch außerhalb von Ortslagen: Wüstungen verlassener Siedlungen, nur noch durch spezielle Geländeformen erkennbare Wehranlagen, aber auch historische Wegespuren, Werkplätze wie ehemalige Glashütten oder gar Bergwerke bis hin zu ehemaligen Richtplätzen oder Schlachtfeldern aus den Franzosenkriegen usw.

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Freiburg, ehemalige Kirche des Augustinerklosters. Dokumentation freigelegter Architekturreste (Foto)
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