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Betreibermodell BAB A 5  Malsch - Offenburg (A-Modell)

Die Autobahn BAB A 5 wurde im Streckenabschnitt von Malsch bis Offenburg/ Schutterwald im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Partnerschaft (Public-Private-Partnership, PPP) an einen privaten Konzessionsnehmer übergeben. Im Rahmen dieses sogenannten A-Modells erfolgt von 2009 bis 2014 ein 6-streifiger Ausbau der Autobahn sowie ab 2009 eine 30-jährige Betriebs- und Erhaltungspflicht (also bis 2039) durch den Konzessionsnehmer. Der Bund bleibt aber Grundstückseigentümer der Autobahn und gesetzlicher Baulastträger.

Von diesen A-Modellen laufen derzeit insgesamt 4 Pilotprojekte in Deutschland (A 8 Bayern, A 4 Thüringen, A 1 Niedersachsen und A 5 Baden-Württemberg), weitere A-Modelle sind in Planung bzw. in der Vergabephase.

Das A-Modell A 5 Malsch - Offenburg beinhaltet als Leistungsumfang
        den 6-streifigen Ausbau der BAB A 5 von Baden-Baden bis Offenburg
        (ca. 41 km, 4 Planfeststellungsabschnitte)
        inklusive Neubau oder Umbau von 58 Brücken, Neubau von 5 Stützwänden,
        ca. 12,5 km Lärmschutzwänden, 6 Regenklärbecken, 44 Verkehrszeichenbrücken
sowie
        30 Jahre Erhaltung und Betrieb der BAB A 5 von Malsch bis Offenburg (ca. 60 km)
        inklusive der zugehörigen Bauwerke/ Anlagen (95 Brücken, 5 Stützwände,
        ca. 17 km Lärmschutzwände und Lärmschutz-Steilwälle, 14 Regenklärbecken,
        64 Verkehrszeichenbrücken).

Zu den Leistungen des Konzessionsnehmers gehören auch die Planungsleistungen (Entwürfe, Ausführungsplanungen), aufbauend auf der Planfeststellung, sowie das gesamte Koordinierungs-, Genehmigungs- und Verkehrsmanagement.

Der monetäre Gegenwert der zu erbringenden Leistungen liegt bei ca. 350 Mio EUR für den 6-streifigen Ausbau, ca. 100 Mio EUR für die 30-jährigen Betriebsdienstleistungen und ca. 220 Mio EUR für die 30-jährigen Erhaltungsleistungen. Hinzu kommen Vorfinanzierungskosten.

Die Vergütung des Konzessionsnehmers erfolgt über die 30-jährige Weiterleitung der LKW-Maut, die im betroffenen BAB-Abschnitt Offenburg - Malsch eingenommen wird, abzüglich eines fixen Abzugsbetrages, der im Wettbewerb entstanden ist.

Die Vergabe der A-Modell-Konzession erfolgte über ein Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahme-Wettbewerb (Präqualifikation). Den bei der Präqualifikation ausgewählten Bewerbern wurden die Verdingungsunterlagen zur Angebotskalkulation ausgegeben. Aufgrund der Wertung der bei Submission vorgelegten Angebotsunterlagen wurden sodann 2 Bieter ausgewählt, mit denen das Verhandlungsverfahren durchgeführt wurde, nach dessen Abschluss diese Bieter nochmals ein Angebot, das „BAFO“ (best and final offer), abzugeben hatten, das nochmals gewertet wurde und zur Beauftragung eines der Bieter geführt hat.

Konzessionsnehmer ist die Via Solutions Südwest GmbH & Co. KG (VSS), deren Gesellschafter die Firmen Vinci und Kirchhoff sowie die Investmentgesellschaft Meridiam sind. Als Muttergesellschaft von Kirchhoff wirkt auch die Firma Strabag Konzessionsnehmer-intern mit.
Ihren Sitz hat die VSS in Bühl-Oberbruch in der Nähe der BAB-Anschlussstelle Bühl bezogen.

Für den 6-streifigen Ausbau der A 5 wurde seitens der VSS eine Bau-Arbeitsgemeinschaft (BauArge) mit der Abwicklung beauftragt, die Arge VCS A 5, die sich aus den Firmen Eurovia (Tochtergesellschaft von Vinci), Kirchhoff und Reif zusammensetzt. Sitz der Arge VCS A 5 ist in Bühl. Im Ingenieurbau ist neben Eurovia auch die Firma Züblin tätig.

Um Bauarbeiten und Verkehr aneinander vorbeikommen zu lassen, wird der gesamte Verkehr auf eine der beiden Fahrbahnen gelegt, während die gegenüber liegende Fahrbahn ausgebaut wird. Dadurch wird eine möglichst sichere Trennung von Baustelle und Verkehr erreicht. Damit der Verkehr auf der A 5 nicht zusammenbricht, müssen 2 Fahrspuren je Fahrtrichtung aufrecht erhalten bleiben, so dass sich 4 Spuren auf eine Fahrbahn „drängen“ (sogenannter „4+0 - Verkehr“).

Nun sind allerdings die 41 km Ausbaustrecke nicht am Stück zu einem 4+0 - Verkehr umgelegt. Um dem Autofahrer „Verschnaufpausen“ zu gönnen, darf ein zusammenhängender Baustellenabschnitt nur 5-6 km lang sein, dann muss ein baustellenfreier Abschnitt von ca. 5-6 km folgen. Demzufolge ist die A 5 zwischen Offenburg und Baden-Baden derzeit in 5 Baulose unterteilt, die jeweils durch sogenannte Beruhigungsstrecken von einander getrennt sind.

Aber auch einzelne „Sonderereignisse“ treten auf: Brückenabbrüche oder das Einheben von Brücken-Fertigteilträgern. Hierfür muss die Autobahn zwischen 2 Anschlussstellen voll gesperrt werden, was an einem Wochenende oder nachts statt findet. Die Umleitung erfolgt dann über das nachgeordnete Straßennetz, hierfür existieren ausgewiesene „U-Strecken“.

Die Ausbauarbeiten liegen bisher im Zeitplan: Zum Jahresanfang 2012 wurden die Bauphasen 1 und 2 abgeschlossen, so dass mittlerweile ca. die Hälfte der Ausbaustrecke fertig gestellt ist.
Die früheren Beruhigungsstrecken zwischen den früheren Bauabschnitten werden jetzt in den Bauphasen 3und 4 ausgebaut (2012 und 2013).

Entsprechend dem Lebenszyklus-Gedanken eines A-Modells hat sich der Konzessionsnehmer für eine Fahrbahndecke auf der Autobahn in Betonbauweise entschieden. Die meisten Brückenbauwerke werden sowohl aus verkehrlichen als auch aus wirtschaftlichen Gründen in Fertigteilbauweise mit Aufbeton erstellt.

Im Lauf der Konzession muss der Konzessionsnehmer turnusmäßig mittels Prüfungen (Funktionsprüfungen gemäß ZTV-Funktion bzw. Bauwerksprüfungen gemäß DIN 1076) die vertraglichen Anforderungen nachweisen bzw. entsprechende Unterhaltungs- und Erhaltungsmaßnahmen durchführen.

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Übersichtsplan

 

 

Symbol  Organisation

Symbol  Ablauf Vergabe-verfahren und Vertrags-fristen Konzession

Symbol  Grob-Bauablauf
6-streifiger Ausbau

Symbol Umbau AS Achern

Symbol Umbau AS Bühl

Symbol Baulose 2010 bis 2013

Symbol 4+0 -Verkehr je Baulos

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Letzte Änderung: 21.06.2012