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Erste Säule

Nachhaltige Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen durch Stärkung der Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Wissensstandorts Südbaden

Die ökonomischen Lebensgrundlagen machen unseren Regierungsbezirk stark. Diese Potenziale müssen wir pflegen, um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Dazu gehören eine fundierte Bildung, Aus- und Fortbildung sowie eine gute Infrastruktur - von der Straße über die Kommunikation bis zur Energieversorgung. Die Stärke der Region besteht insbesondere in den Clustern von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Wir forcieren deren weitere Vernetzung. Wir fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die technische Bildung und tragen dadurch zur Behebung des Fachkräftemangels bei.

Mit 40 % des Gästeaufkommens des Landes ist der Tourismus ein Wirtschaftszweig, der im Regierungsbezirk traditionell bedeutender ist als sonst im Land. Hier müssen wir die Stärken unserer herausragenden Landschaft nutzen und verstärkt auf die Zukunftsfelder Rad- und Wandertourismus, Aktiv-Urlaub, Öko-Tourismus, Barrierefreiheit, Kultur und Wellness setzen. Hierzu bedarf es eines gemeinsamen Vorgehens von Behörden, Kommunen und des Hotel- und Gaststättengewerbes.

Im nationalen Kontext liegen Südbaden, Elsass und die Nordwestschweiz eher am Rande. Gemeinsam haben wir jedoch einen Raum, der seine Stellung, wenn wir entsprechende Anstrengungen unternehmen, im Wettbewerb mit anderen europäischen Metropolregionen behaupten und ausbauen kann. Hierzu wollen wir ein sinnvolles Konzept erstellen und eine schlagkräftige Organisation aufbauen.


a) Kompetenzen zur Unterstützung des Wirtschaftsstandorts beibehalten und stärken

  • Fortführung unserer kurzen und effizienten Verfahrenspraxis bei allen Zulassungsverfahren und sonstigen förmlichen Entscheidungen
  • Fortführung der partnerschaftlichen, konsensorientierten, aber konsequenten Aufsichtsfunktion im Bereich Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz, sowie im Gewerbe- und Handwerksrecht
  • Sicherung der Versorgung mit heimischen Rohstoffen bei gleichzeitiger Ausrichtung an den Kriterien des nachhaltigen Wirtschaftens
  • Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
    - im RP als Vorbild für andere Behörden und Unternehmen
    - durch überzeugende Fördermittelpraxis in der Kleinkindbetreuung
  • Zielorientierter Einsatz des Standortmanagers bei der Hausspitze, der als erster Ansprechpartner Großinvestoren Türen öffnet und zu den zuständigen Bearbeitern lotst
  • Aktive Überwachung des Marktes bei technischen und chemischen Produkten zum Schutz der Verbraucher, Arbeitnehmer und Umwelt, auch im Interesse der Chancengleichheit der heimischen, regelkonform arbeitenden Industrie im Wettbewerb mit anderen Staaten

b) Das Projekt der europäischen Metropolregion Oberrhein voranbringen und umsetzen

  • Unter unserer Leitung Definition der zentralen Handlungsfelder und Schlüsselprojekte, mit denen die Metropolregion Oberrhein Anforderungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung konkret verdeutlichen will.
  • Aktive Vernetzung der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft der drei Länder, damit durch aktiven Dialog und intensive Kooperation die Weichen für eine ökonomische, ökologische und soziale Spitzenstellung als trinationale Region Oberrhein gestellt werden. Intensive Kommunikation nach innen und bessere Außendarstellung.
  • Nutzung der INTERREG-IV-Mittel zur Kofinanzierung grenzüberschreitender Vorhaben in Höhe von rund 75 Mio. € für den Zeitraum 2007 - 2013


c) Die Infrastruktur des Regierungsbezirks kontinuierlich verbessern

  • Planung, Bau, Ausbau und Unterhaltung der wichtigen Magistralen A 5, A 98 und der Bundesstraßen-Querverbindungen, Unterstützung des Ausbaus der Rheintalbahn und der Gäubahn
  • Forcierung der Breitband-Infrastruktur im ländlichen Raum durch Steuerung von Fördermitteln und Information der kommunalen Entscheidungsträger
  • Erhalt und Verbesserung des regionalen und überregionalen Hochwasserschutzes, insbesondere unter Beachtung der Ergebnisse der Hochwassergefahrenkarten

d) Netzwerk für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Tourismus

  • Partnerschaft mit allen Akteuren im Tourismus (Gastronomie, Tourismusverbände, Naturparke, LEADER, Schwarzwaldverein) zur Stärkung, Forcierung und Bekanntmachung des Sonderprogramms “Sanfter Tourismus“
  • Gebündelter Einsatz für das „Fahrradland Südbaden“ durch Radwegebau, -förderung und -beschilderung
  • Gezielte touristische Vermarktung der kulinarischen Routen wie der Badischen Weinstraße oder der Badischen Spargelstraße, und der besonders identitätsstiftenden regionalen Einrichtungen wie dem Heimatpfad Hochschwarzwald

e) Förderung der Europafähigkeit des Regierungspräsidiums als Bündelungsbehörde

Ausbau der Beratungskompetenz und des Netzwerkes im Bereich EU-Förderung - Beratung, Unterstützung und Weitervermittlung bei Anfragen aus dem Haus und von Dritten (Landkreise, Kommunen)

  • Verstärkte Nutzung von EU-Förderprogrammen für Projektträgerschaften und Projektpartnerschaften des Hauses
  • Nutzung und Erschließung von Möglichkeiten zur Einbringung regionaler Interessen in Fördergremien und -ausschüssen (EFRE-Begleitausschuss, nationaler Ausschuss INTERREG B Alpenraum etc.)




Nachhaltige Entwicklung des Regierungsbezirks Freiburg als Wissens- und Wirtschaftsregion durch Förderung der naturwissenschaftlichen und technischen Bildung

1. Wissen und Know How: Unser Kapital für die Zukunft

Für die nachhaltige Entwicklung unserer ökonomischen Lebensgrundlagen ist es sehr wichtig, in unserem Landstrich Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, mit denen wir im internationalen Wettbewerb bestehen können. Gemeinsam mit unseren Bildungsinstitutionen und der Wirtschaft soll damit für unsere Kinder ein Leben auf gesicherter Basis ermöglich werden.

Im Regierungsbezirk Freiburg soll deshalb bereits in Kindergärten und Schulen eine breite und qualifizierte Basis für diesen Wissensstandort gelegt werden. So können die Grundlagen für den angestrebten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort geschaffen werden, der unserer Region eine nachhaltige Zukunftsperspektive gewährleistet.

Die Wettbewerbsfähigkeit und der Erfolg einer Region hängt wesentlich von den Fortschritten und Erfindungen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich ab.

Der verstärkte und frühzeitige Zugang junger Leute zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen ist erforderlich, um das dringend notwendige Potential von qualifizierten Fachkräften erhalten zu können. Unter dem Themenschwerpunkt „Faszination Naturwissenschaft und Technik“ soll in den Bereichen Kindergarten, Schule und Bildung jetzt das Morgen gestaltet werden.

Naturwissenschaftliche und technische Bildung als regionale Aufgabe ist landes- und bundespolitisch ein Ansatz und eine Herausforderung, der sich die regional- und kommunalpolitisch sowie wirtschaftlich Verantwortlichen offensiv stellen müssen, wollen sie die Qualitäten eines Standortes und damit die Lebensgrundlagen der dort lebenden Menschen gewährleisten und zukunftssicher machen.


2. Ansätze und Handlungsfelder zum Aufbau der Wissensregion

Es geht darum, an möglichst vielen Kindergarteneinrichtungen und Schulen Anreize und ein adäquates Angebot zur Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragen zu schaffen, das über das herkömmliche Unterrichtsangebot hinausgeht. Kinder und Jugendliche sollen forschen und experimentieren sowie naturwissenschaftliche Phänomene erleben können.

Folgende Handlungsfelder sind anzugehen:

  • Verstärkung und Ausbau bestehender naturwissenschaftlicher und technischer Angebote an Kindergärten und Schulen außerhalb des regulären Unterrichts
  • Initiierung von Projekten wie Arbeitskreisen und Technikclubs an Schulen, Schülerforschungszentren und Schüleringenieurakademien
  • Vernetzung von Schulen, Unternehmen, Schulträgern Handwerks- und Wirtschaftskammern im Rahmen von Gesprächsforen und Projekten zur nachhaltigen Etablierung von speziell auf Technik und Naturwissenschaft ausgerichteten Bildungspartnerschaften für Kindergärten und Schulen
  • Aufbau eines Internetportals als regionale Informations- und Kommunikationsplattform über Naturwissenschaft und Technik in der Wissens- und Wirtschaftsregion
  • Werbemaßnahmen durch Veranstaltungen, Übernahme von Schirmherrschaften, Tagungen und Besuche von Projekten an Schulen und Kindergärten

3. Umsetzung des Konzepts zur Förderung der naturwissenschaftlich technischen Bildung für eine erfolgreiche Wissens- und Wirtschaftsregion

Zur Umsetzung des Konzepts für eine nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschafts- und Wissensregion bedarf es des gezielten Einsatzes von Ressourcen und Anreizstrukturen, aber auch des kontinuierlichen Gesprächs mit Vertretern der Wirtschaft sowie der Kindergarten- und der Schulträger. Deshalb werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Einrichtung ständiger Gesprächskreise auf örtlicher und/oder Kreisebene als Motoren zur Etablierung von speziell auf Naturwissenschaft und Technik ausgerichteten Bildungspartnerschaften und -netzwerke mit Vertretern des Schulträgers, der Schulen, der Wirtschaft, Unternehmen und Verbänden
  • Zuordnung von Personalressourcen in den Führungsbereichen des Regierungspräsidiums zur Umsetzung des Konzepts und zur Betreuung der Gesprächskreise
  • Zurverfügungstellen von gestaffelten Deputatsermäßigungen als Anreiz für Lehrer, die sich um Projekte zur Förderung des naturwissenschaftlichen und technischen Wissens und Forschens kümmern
  • Öffentlichkeitsarbeit, Besuch von Einrichtungen, Preisverleihungen, Ehrungen, zentralen Präsentationen von Best-Practice-Beispielen
  • Jährliche Regionalkonferenz des Regierungspräsidiums als Sensorium, Ideen- und Impulsgeber mit den örtlichen und überörtlichen Mitgliedern der Gesprächskreise

„Jetzt die Zukunft von morgen gestalten“: Die Förderung der technischen und naturwissenschaftlichen Bildung in Kindergärten und Schulen ist elementarer Baustein im Nachhaltigkeitskonzept unseres Hauses. Gemeinsame Aktionen, Gesprächsrunden und Maßnahmen mit der Wirtschaft und den Schulträgern sollen diesen Prozess anstoßen, begleiten und voranbringen.

Mit dem Konzept „Faszination für Naturwissenschaften und Technik“ Kindergärten und Schulen soll in allen Schulamtsbezirken innerhalb der nächsten 10 Jahre die Basis für eine innovationsstarke Wissens- und Wirtschaftsregion gelegt wird.

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Letzte Änderung: 27.07.2011