Zweite Säule
Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Umwelt, Schutz der menschlichen Gesundheit, Gewährleistung von Verbraucherschutz und Nahrungsmittelsicherheit
Natur und Landschaft stellen im Regierungsbezirk Freiburg besonders sensible Schutzgüter dar. Sie sind das große Potential für die Lebensqualität der Bevölkerung, für die agrarwirtschaftliche Entwicklung und für den Tourismus. Der Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen und die Nutzung der Ressourcen müssen sorgsam erfolgen. Land- und Forstwirtschaft sind hierbei unverzichtbare Partner. Die herkömmliche Landnutzung, die hier durchgeführte Veredelung und die Vermarktung regionaler Produkte fördert den Schutz unserer Landschaft und steigert die heimische Wertschöpfung. Die nachhaltige Nutzung des Waldes hat lange Tradition und muss fortgeführt werden. Der Einsatz von Holz als ökologisch und nachhaltig zu erzeugender Bau- und Rohstoff muss weiter forciert werden.
Das Rheintal ist das größte europäische Trinkwasserreservoir. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser Ressource verdient besonderes Augenmerk.
Die globalen Umweltprobleme spiegeln sich auch in unserem Regierungsbezirk wider. Wir betreiben durch regionale und lokale Maßnahmen hiergegen Vorsorge. Klimaschutz, Reduzierung des Flächenverbrauchs, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, Schutz der nicht regenerativen Rohstoffe durch Förderung erneuerbarer Energien und Erhalt der Biologischen Vielfalt haben für uns hohe Bedeutung. Der Schutz der menschlichen Gesundheit ist zentraler Aspekt unseres Handelns.
Die nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ressourcen des Untergrundes hat einen besonderen Stellenwert, da diese nicht kurzfristig „nachwachsen“, sowie ortsgebunden und damit nicht räumlich disponierbar sind. Wir erheben, bewerten und dokumentieren diese Ressourcen und schafft dadurch fundierte Planungs- und Entscheidungsgrundlagen.
a) Naturschutz:
- Förderung des kooperativen und integrativen Naturschutzes (Schützen durch Nützen und Vertragsnaturschutz), insbesondere Mitarbeit in den Naturschutzzentren, PLENUM-Projekten, Naturparken sowie Förderprojekten der EU und des Bundes
- Weiterarbeit der Projektgruppe „Natura 2000“ zur Umsetzung der Schutzverpflichtung für die FFH- und Vogelschutzgebiete, effiziente Ausarbeitung der Managementpläne und deren pragmatische Umsetzung zusammen mit den Landnutzern, behutsame Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete
- Engagierte Unterstützung des Aktionsplans Biologische Vielfalt, 111-Arten-Korb
- Durchführung des Landes-Artenschutzprogramms, das im Regierungsbezirk Freiburg aufgrund des hiesigen Naturpotentials eine weit überproportionale Bedeutung für die Sicherung der Biodiversität hat
- Naturschutzbildung, insbesondere durch das Ökomobil als Beitrag zur nachhaltigen Verankerung des Naturschutzgedankens im öffentlichen Bewusstsein
b) Energiesparen, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Klimaschutz
- Beitritt zur Strategischen Partnerschaft Klimaschutz am Oberrhein, Mitarbeit in Gremien und Verbänden im Themenbereich der Erneuerbaren Energien
- Forcierung der energetischen Sanierung in eigenen Gebäuden und durch Appelle
- Weiterer Ausbau des Informationssystems oberflächennahe Geothermie (ISONG), Förderung der Nutzung von oberflächennaher und tiefer Erdwärme durch Beratung, Mitarbeit an Forschungsprojekten und Leitfäden zur Qualitätssicherung, Unterstützung von Kongressen
- gewässerökologisch verträgliche Nutzung vorhandener Wasserkraftpotentiale
- Verbesserung der Biomasse- und Biogasnutzung, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (BHKW) mit Waldrestholz, Unterstützung der Forschungsvorhaben im Bereich Bioenergie / Biokraftstoffe, Minimierung der Methanemissionen aus Deponien
c) Flächensparen
- Verstärkter Einsatz des ELR und des Landessanierungsprogramms zur Aktivierung der Innenentwicklung und zur Rekultivierung von Gewerbebrachen
- Beratung der Kommunen bei Flächennutzungsplanung zur Reduzierung der Versiegelung, Durchführung weiterführender Kongresse
- Zielvereinbarung mit den Landräten zu Flächennutzungsplangenehmigungen
- Einsatz für den Altlastenfonds zur Mobilisierung von Flächenreserven
- Verankerung der Zielvorgabe „Flächensparen“ als wichtiger Gesichtspunkt bei hausinternen Planungen der Verkehrsinfrastruktur
- Kooperation mit den Regionalverbänden zur gemeinsamen Verfolgung dieses Ziels
- Einsatz des raumordnungsrechtlichen Instrumentariums zur Vermeidung großflächiger Einzelhandelsprojekte auf der „grünen Wiese“, damit „lebendige Innenstädte“
d) Gewässerschutz, Luftreinhaltung und Bodenschutz
- Weitere konsequente Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie
- Beendigung einer bodenbezogenen Verwertung des Klärschlamms
- Langzeitsichere Ausführung der Abschlussmaßnahmen bei Deponien
- Erlass und Vermittlung des Luftreinhalteplans Freiburg
- Erhalt und Ausbau der kommunalen Abwasserbeseitigung, Optimierung der Abwasserstrukturen durch Zusammenschluss von kleineren Kläranlagen und erstmaligen Anschluss von Ortsteilen an die zentrale Abwasserreinigung, weitere Unterstützung der privaten Abwasserbeseitigung, Verbesserung der Qualität der Abwasserreinigung (Elimination von Spurenschadstoffen)
e) Land- und Forstwirtschaft
- Einsatz für den Verbraucherschutz und für die Erzeugung von hochwertigen, gesunden Nahrungsmitteln, hierzu weitere Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung, z.B. über Ökologische Weinlehrpfade
- Förderung zukunftsfähiger und naturverträglicher landwirtschaftlicher Betriebe
- Offenhaltung der Landschaft
- Bekenntnis zur naturnahen Waldwirtschaft als wichtigem Wirtschaftszweig und deren Wertschöpfung in der Region (Forstwirtschaft, Sägeindustrie, holzverarbeitendes Gewerbe)
- Steigerung des Holzbauanteils im Wohnungsbau und des Holzverbrauchs insgesamt
- Weiterer Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Holznutzung, etwa durch die Freiburger Holzbautagung
- Walderhaltung als zentrales Instrument der Nachhaltigkeit
f) Nachhaltige Rohstoffsicherung
- Schaffung rohstoffgelogischer Grundlagen für die nachhaltige Sicherung von heimischen Bodenschätzen
g) Gesundheitsschutz
- Schutz der Menschen vor ionisierender Strahlung
- Qualifizierte Überwachung komplexer Medizinprodukte und deren Anwendung
Nachhaltigkeitsstrategie - Zweite Säule
|
 |