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27.01.2012
Reutherbergtunnel Wolfach: Regierungspräsidium Freiburg stellt in öffentlicher Gemeinderatssitzung Tunnelsanierungskonzept vor
Jetzt voraussichtlich nur 3 Monate Vollsperrung
Mitarbeiter des Regierungspräsidiums haben bei einer öffentlichen Gemeinderatssitzung in Wolfach am vergangenen Mittwoch Details zur Sanierung des Reutherbergtunnels im Zuge der B 294 vorgestellt. Im Mittelpunkt des Interesses standen der Bauablauf, unvermeidbare Vollsperrungen und die daraus resultierende Belastung durch Umleitungsverkehr.
Für Wolfach erfreulich ist die voraussichtliche Verringerung der ursprünglich im Raum stehenden Vollsperrung von 6 Monaten auf jetzt 3 Monate. Die Alternative, nämlich 4,5 Monate Teilsperrung und ca. 1,5 Monate Vollsperrung, wurde vom Wolfacher Gemeinderat abgelehnt. Der Gemeinderat folgte damit der Empfehlung von RP-Mitarbeiter Wolfgang Schumacher: „Unter Berücksichtigung der Belastung der Wolfacher Bürger, der Innenstadt und auch der Bauarbeiter, die nicht vergessen werden dürfen, empfehle ich den von uns vorgeschlagenen Bauablauf, der unter dreimonatiger Vollsperrung des Tunnels umsetzbar ist“.
Die Verkürzung der ursprünglich auf 6 Monate kalkulierten Sperrung gelingt u.a. durch Verzicht auf das vorhandene Notstromaggregat. Dadurch wird im vorhandenen Betriebsgebäude der notwendige Raum für den Aufbau der neuen Technik geschaffen, dies bei laufendem Verkehr. Nur mit Vollsperrung schafft man die Sanierung der Entwässerung, die Demontage alter Anlagenteile, insbesondere der Be- und Entlüftung, und den gleichzeitigen Einbau neuer Betriebstechnik in der Tunnelröhre wie Beleuchtung, Ventilatoren für die Tunnellüftung, Videokameras, Lautsprecher, Funk- und Brandmeldekabel usw. Diese Arbeiten sind für das erste Quartal 2014 geplant, also in der touristen- und verkehrsärmeren Zeit, so wie es die Stadt Wolfach gewünscht hat. Das Umleitungskonzept wird in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfach, der Polizei und der Verkehrsbehörde optimiert. Für die Verkehrsfreigabe gibt es schon einen originellen Termin, nämlich den 1. April 2014.
Der 1993 in Betrieb genommene Straßentunnel mit einer Länge von 1257 m wird hauptsächlich saniert, um den europäischen Richtlinien zur sicherheitstechnischen Nachrüstung zu genügen. Dazu gehört als Kernstück ein 1009 m langer Rettungsstollen mit 8 Querschlägen (Verbindungen) zur Tunnelhauptröhre. Baubeginn ist der kommende Februar, die Fertigstellung ist für den November 2013 geplant. Diese Bauarbeiten laufen fast ohne Behinderung für den Tunnelverkehr, abgesehen von kurzen Zwangsstopps während der Sprengarbeiten und vereinzelter Wochenendsperrungen zum Betonieren der Türrahmen der Notausgänge. Im kommenden Sommer werden die Wasserauffangbecken Ost und West gebaut, ab Sommer nächsten Jahres ist die neue Betriebstechnik dran. Besonders hervorzuheben sind hier insbesondere die Notruftelefone, Kameras, Lautsprecher, Fluchtweghinweisschilder und eine Überdruckbelüftung, die im Brandfall eine Rauchausbreitung in den Rettungsstollen verhindert. Gesteuert wird alles im Betriebsgebäude, das u. a. die Brandmeldeanlage beherbergt. Eine Batterieanlage wird dann beim Ausfall der zentralen Stromversorgung, allerdings zeitlich begrenzt, für Ersatz sorgen. Insgesamt 113 km Kabel müssen für die technische Auf- und Ausrüstung gezogen werden. Ist alles vollendet, hat der Tunnel einen Sicherheitsstandard auf dem Niveau eines ganz neuen Tunnels.
gez. Joachim Müller-Bremberger
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